Schweizer-Verein Helvetia

Jestetten und Umgebung

Gebiet                                          

Letzte Änderung dieser Seite:  08.12.2018

Eine Karte von Jestetten und Umgebung.

Dieses Gebiet umfasst den ungefähren Wohnbereich unserer Mitglieder im Deutschen Hoheitsgebiet.

Einzelne Mitglieder wohnen auch ausserhlab dieser Zone


Gelb: Deutschland




Es ist kein Verein, wie jeder andere, und es kann auch nicht jeder Mitglied werden. Der Schweizer-Verein Helvetia ist ein Zusammenschluss der in Jestetten und Umgebung ansässigen Schweizer, dessen wichtigster Zweck die Wahrung nationalschweizerischer Interessen und der Kontakt mit den schweizerischen Behörden und Konsulaten ist.

Jestetten ist seit jeher ein besonderes Dorf. Gelegen im östlichsten, Zipfel des Klettgaus, fast vollständig umgeben von schweizerischem Hoheitsgebiet war es schon immer Grenzland. Lange Jahre, von 1840 bis 1935, als Zollausschlussgebiet mit besonderem Status versehen und stets mit sehr guten Beziehungen zum Nachbarland, war es kein Wunder, dass sich - meist durch Heirat - über die Jahrhunderte zahlreiche Schweizer Bürger im Jestetter Zipfel ansiedelten. Und so lebten bereits in den 1930er Jahren rund zehn Prozent Schweizer hier. Von der Vertreibung im Jahr 1945 verschont, konnten die schweizerischen Bürger in den drei östlichen Dörfern wohnen bleiben, doch die administrativen Probleme waren größer, als zuvor. Und obwohl sie keine deutschen Staatsbürger waren, galten für die Schweizer die gleichen Einschränkungen der französischen Besatzungsmacht.


Und so fand am 15. Oktober 1946 im Gasthof "Zum Schlossberg" die Gründungsversammlung des Schweizer-Vereins mit 38 Mitgliedern statt. August Künzli wurde zum Vorsitzenden gewählt. Seine herausragende Qualität war gewesen, dass er als einziger der Jestetter Schweizer der französischen Sprache mächtig war und einen entsprechenden Antrag bei der französischen Militärverwaltung (Monsieur le Capitaine Blum) stellen konnte.

Zunächst gab es ganz praktische Arbeiten zu erledigen. In Not geratene Landsleute mussten unterstützt werden, dazu waren Lebensmittel und Warenpakete an der Grenze abzuholen und alles genau mit den Franzosen abzustimmen, denn Sperrzeiten und Versammlungsverbote galten für alle Einwohner. Und damit beim schweizerischen Nationalfeiertag am 1. August 1947 die Schweizer-Fahne gehisst werden konnte, bedurfte es einiger Anstrengung. Dass der Saal des Gasthauses "Löwen" dann bei den Feierlichkeiten auch noch von der französischen Militärpolizei gestürmt wurde, ist nur ein kleines Detail dieser Zeit - die Vereinsführung hatte vergessen, den örtlichen Kommandanten einzuladen.


 

Heute sind Themen wie AHV, Versicherungen, Fahrerlaubnisse oder Aufenthaltsbewilligungen die wichtigsten Aufgaben des Vereins - kein Wunder, denn der Anteil der Einwohner des Jestetter Zipfels mit Schweizer-Pass liegt inzwischen weit über den damaligen zehn Prozent.

Verein: Der Schweizer-Verein Helvetia, Jestetten und Umgebung hat 85 Mitglieder. Vorsitzender ist Bruno Auf der Maur.